Zähne, Weisheitszähne und Zahnschmerzen
Eine alte Volksweisheit besagt, dass Zähne sowohl beim Kommen als auch beim Gehen Probleme und Schmerzen bereiten können. Da ist auch durchaus etwas dran. Dafür braucht man sich nur die Babys anzuschauen, die teilweise mit Durchfall und Fieber auf den bevorstehenden Durchbruch eines Zahnes reagieren. Muss ein Zahn entfernt werden, dann bekommt man zwar eine Spritze, aber vorher hat er uns mit Schmerzen schon gezeigt, dass etwas mit ihm nicht in Ordnung ist. Auch der Heilungsprozess der Wunde einer Zahnextrahierung geht nicht ganz ohne Schmerzen vonstatten.
Bei Zahnschmerzen unterscheidet man verschiedene Ursachen, die sich teilweise auch in der Art der entstehenden Schmerzen manifestieren. Das typische Beispiel dafür ist eine Zahntaschenentzündung. Man hat das Gefühl, es würde den Zahn nach oben drücken. Ein an sich dumpfer Schmerz verstärkt sich beim kräftigen Zubeißen oder verschwindet für wenige Sekunden ganz. Außerdem hat man in der betroffenen Region das Gefühl einer brennenden Schürfwunde.
Anhand einer konkreten Schilderung der Schmerzen und seiner Untersuchung kann der Zahnarzt eingrenzen, woher diese stammen könnten und eine entsprechende Behandlung einleiten. Diese ist immer abhängig von der jeweiligen Ursache. Bei einem zahnenden Kind kann es ausreichen, mit einem sterilen Skalpell das straff gespannte Zahnfleisch zum Aufreißen zu bringen.
Diese Hilfe können auch die Erwachsenen bekommen, wenn die Weisheitszähne durchbrechen. Hier ist allerdings zu bedenken, dass diese oftmals nicht voll ausgebildet sind und deshalb Schmerzen verursachen. Auch können sich dort Bakterien eingenistet haben und zum Auslöser von schmerzhaften Entzündungen geworden sein. Deshalb wird hier vor dem Start einer Behandlung häufig eine Röntgenuntersuchung durchgeführt.
Auch Zahnfehlstellungen können Ursache für Zahnschmerzen sein. Liegt beispielsweise ein Zahn im Kieferknochen quer, weil er keinen Platz mehr in der Zahnleiste findet, so muss er operativ entfernt werden. Das ist heute auch schon ambulant möglich. Dabei kann der Patient in den meisten Fällen wählen, ob der Eingriff mit einer örtlichen Betäubung oder mit einer kurzen Vollnarkose durchgeführt werden soll. Jedoch sollte man dabei immer bedenken, dass eine Vollnarkose ein deutlich höheres Risiko birgt.
Zahnschmerzen sollten immer ein Grund sein, so schnell wie möglich einen Zahnarzt aufzusuchen. Einerseits können sie auch durch kleinere Schäden verursacht werden, die der Fachmann schnell wieder beseitigen und damit den Zahn retten kann. Anderseits können Infektionen im Kieferbereich auch die Gefahr bergen, dass sie sich auf den ganzen Körper ausbreiten und dort möglicherweise sogar zu einer Sepsis ausweiten, bei der immer auch Lebensgefahr besteht.